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Ankündigen, stabilisieren, handeln – warum Veränderung nicht mit Tempo beginnt, sondern mit Halt


Das Jahr 2026 ist da. Und mit ihm dieses leise Vibrieren in vielen Gesprächen: politische Unruhe, wirtschaftlicher Druck, eine diffuse Angst im Hintergrund – wie psychischer Smog, der sich auf die Schultern legt. In meiner Praxis in Wien und im Online-Setting Hubs-Coaching.at treffe ich gerade besonders oft Menschen ab 40, die beruflich an einer Kante stehen. Sie sind nicht „ein bisschen unzufrieden“. Sie haben die Nase voll. Von Sinnlos-Schleifen, innerer Kündigung, von Rollen, die längst nicht mehr passen.


Und dann passiert etwas Typisches: Wer am Wendepunkt steht, will es schnell. Ein Paket. Eine Lösung. Ein Plan, der bitte auch noch beruhigt, legitimiert und die Angst mit wegwischt.

Im Erstgespräch kommt dann häufig die Frage: „Und wie lange dauert das, bis ich wieder klar bin?“

Wenn ich antworte: „Bevor wir handeln, stabilisieren wir“, ernte ich manchmal Blicke, als hätte ich gerade vorgeschlagen, einen Marathon mit einem Spaziergang zu starten. Keine schnelle Lösung?

Doch genau hier liegt ein Kern meiner Arbeitsweise bei Hubs Coaching e. U..

Veränderung beginnt nicht mit Tempo. Sie beginnt mit Halt.


1) Ankündigen: Der Moment, in dem alles „anders“ werden soll

„Ich kündige.“ „Ich wechsle.“ „Ich mache mich selbstständig.“ „Ich studiere noch einmal.“

Ankündigen hat etwas Befreiendes. Es ist wie ein tiefer Atemzug nach zu langem Luftanhalten. Endlich wird der innere Druck sichtbar. Endlich ein Satz, der Richtung hat.

Aber: Ankündigen ist noch kein Boden. Es ist ein Schritt aus dem Alten – und oft auch ein Schritt ins Unklare. Und das Unklare füttert das Nervensystem: Schlaf wird schlechter, Gedankenkreise werden lauter, Entscheidungsmüdigkeit steigt. Menschen verwechseln dann gerne „Entschlossenheit“ mit „Überdrehtheit“. Der innere Kleine stellt seine Thesen auf, überlaut. Und plötzlich wird die Veränderung nicht zu einem Weg – sondern zu einem Alarm.

Ankündigen ist wichtig. Nur: Es ist die Überschrift, nicht der Text.


2) Stabilisieren: Das, was medial selten erzählt wird

Ich mag Mannschaftssportarten. Da sieht man Veränderung in Reinform. Eine Serie geht verloren. Trainer:in wird entlassen. Neue Führung kommt. Und was erzählen Medien? Die Retterfigur. Das Narrativ der besonderen Persönlichkeit. Die „magische“ Ansprache. Was dabei oft ausgeblendet wird:


In den ersten Tagen passiert meist etwas viel Unspektakuläreres – und viel Wirksameres: Struktur. Klare Abläufe. Einfache Prinzipien. Wiederholbare Konzepte. Nicht spektakulär, aber stabil.

Genau das ist Stabilisierung im Coaching: kein „Warten“, kein „Hinauszögern“, sondern Fundamentarbeit. Damit du in der Veränderung nicht nur reagierst, sondern führst.


Stabilisieren heißt zum Beispiel:

  • den inneren Lärm so zu ordnen, dass du wieder denken kannst

  • Stressmuster zu erkennen (und nicht dafür zu schämen)

  • Entscheidungen zu entdramatisieren: weg vom Alles-oder-Nichts

  • Ressourcen zu aktivieren: Energie, Fokus, soziale Unterstützung

  • einen realistischen Rhythmus aufzubauen: kleine Schritte, wiederholbar


Für Berufsumsteiger:innen 40+ bedeutet das oft: raus aus dem Druck, „jetzt sofort“ eine neue Identität liefern zu müssen.Für Studierende, Berufseinsteiger:innen oder introvertierte Menschen bedeutet es häufig: raus aus der Selbstüberforderung und rein in eine klare, machbare Ausrichtung.

Stabilisierung ist nicht langweilig. Sie ist das Gegenteil von Chaos.


3) Aktiv handeln: Wenn Schritte wieder Schritte sind – und nicht Flucht

Erst wenn Stabilität da ist, wird Handeln präzise. Nicht hektisch. Nicht als Selbstoptimierungs-Show. Sondern als geerdeter Prozess.


Aktiv handeln heißt dann:

  • Optionen prüfen, statt sie nur zu fantasieren oder zu fürchten

  • Experimente zu bauen: Gespräche führen, Felder testen, kleine Pilot-Schritte

  • Grenzen zu klären: Was mache ich nicht mehr? Was kostet mich zu viel?

  • Kompetenz zu übersetzen: Was kann ich wirklich – und wie wirkt das am Markt?

  • eine Entscheidung vorzubereiten, die nicht „perfekt“ sein muss, aber tragfähig

Und ja: manchmal gehört dazu auch ein klarer Plan. Nur entsteht er nicht aus Panik, sondern aus Übersicht.


Eine kurze Übung für heute: 3-Säulen-Check

Nimm dir 10 Minuten und beantworte schriftlich:

  1. Halt: Was stabilisiert mich aktuell wirklich (1–3 Dinge)?

  2. Struktur: Welcher kleine Ablauf würde mir diese Woche helfen (z. B. 2 fixe Zeitslots)?

  3. Handeln: Was ist der nächste kleinstmögliche Schritt, der mich real voranbringt?

Wenn du das regelmäßig machst, merkst du: Veränderung wird weniger „Welle“ – und mehr „Weg“.


Schluss: Veränderung braucht nicht mehr Druck, sondern mehr Boden

In unruhigen Zeiten suchen viele schnelle Lösungen. Ich verstehe das. Und gleichzeitig sehe ich in der Praxis immer wieder: Wer Stabilisierung überspringt, zahlt später doppelt – mit Erschöpfung, Chaos-Entscheidungen oder dem Rückzug ins Bekannte.

Bei Hubs Coaching e. U www.hubs-coaching.at / www.hubs-coaching.com arbeite ich genau an dieser Schnittstelle: zwischen Ankündigen, Stabilisieren und aktivem Handeln. Für Menschen im Berufsumstieg 40+, für Studierende und Berufseinsteiger:innen, für Introvertierte im Berufsleben – und für alle, die nicht „optimiert“, sondern ausgerichtet sein wollen.


Und wenn du spürst, dass du gerade an so einem Wendepunkt stehst: Vielleicht ist nicht die schnellste Lösung gefragt. Sondern der nächste stabile Schritt.


Herzliche Grüße

Hubert Unterweger

ACT-Coach & Supervisor

Mobil: 0660 6789506










 


 
 
 

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